FÜR BEWERBER - Wie kündigt man seinen Weggang in der Apotheke richtig an?


Aus verschiedenen Gründen kann es notwendig sein, seinen Weggang aus der Apotheke anzukündigen. Es gibt viele Gründe für einen solchen Schritt:  Zum Beispiel ein Umzug aus familiären oder persönlichen Gründen, der Wunsch in einer anderen Apotheke zu arbeiten, ein attraktiveres Stellenangebot, der Wunsch nach einer beruflichen Neuorientierung, eine Schwangerschaft und Kindererziehung oder das Bedürfnis nach einer Auszeit. In jedem Fall ist es emotional nicht einfach, mit der vorgesetzten Person in Kontakt zu treten und über den Weggang zu sprechen. Dennoch ist es wichtig, einen guten Eindruck zu hinterlassen.

In diesem Artikel geben wir einige hilfreiche Tipps, damit dieser Schritt möglichst gut verläuft.

Sprechen Sie zuerst mit Ihrer vorgesetzten Person in der Apotheke, bevor Sie eine Kündigung schreiben

Da in Apotheken die Leitung fast immer durch den Inhaber oder die Inhaberin oder den Geschäftsführer oder die Geschäftsführerin erfolgt und das Team meist eher klein ist, empfiehlt es sich, ein Gespräch mit dem oder der Vorgesetzten zu vereinbaren. Es ist wichtig, zuerst mit dem direkten Vorgesetzten zu sprechen und es nicht zuerst den Kollegen zu erzählen, um Gerüchte und Klatsch zu vermeiden. In grösseren Apothekenketten kann es sein, dass jemand ausschliesslich für Personalrekrutierung und -abgänge zuständig ist. In diesem Fall wird der oder die Geschäftsführer/in Sie aber mit dieser Person in Kontakt bringen. In manchen Unternehmen, die keine Apotheken sind, kann es ratsam sein, zuerst schriftlich per Brief oder E-Mail zu kündigen. Dies kann man natürlich später tun, um alles zu formalisieren. Eleganter ist es jedoch, zuerst direkt mit dem Chef oder der Chefin zu sprechen.


Den richtigen Zeitpunkt wählen

Es ist natürlich einfacher gesagt als getan, aber Sie sollten den passenden Moment wählen, um Ihrem Chef oder Ihrer Chefin Ihren Weggang mitzuteilen. Ein Montagmorgen (z.B. 9 oder 10 Uhr) kann eine gute und logische Wahl sein. Vermeiden Sie es, dies in stressigen Momenten in der Apotheke (z.B. 16:00 oder 17:00 Uhr) oder während der Feiertage zum Jahresende anzusprechen. Ebenfalls ungünstig ist der letzte Arbeitstag eines Monats, wenn auf dieses Monatsende hin gekündigt wird.

Die Gründe erklären

Am einfachsten ist es natürlich, die Gründe für den Weggang offen und ehrlich zu erklären. Es ist immer ratsam, die Wahrheit über die tatsächlichen Gründe für Ihr Ausscheiden aus der Apotheke zu sagen. Nur so ist einerseits der Entscheid nachvollziehbar und andererseits kann die verantwortliche Person einer Apotheke daraus lernen, wenn sie denn will.

Über den Austrittstermin sprechen

In der Schweiz ist es - nicht wie in den USA (wie man es in Filmen sieht)-, wo jemand das Unternehmen manchmal auf die Minute genau verlässt und keinen Fuss mehr hineinsetzt. In der Regel ist es üblich, mit dem Arbeitgeber einen Austrittstermin zu vereinbaren. In der Schweiz beträgt die Frist normalerweise mehrere Wochen oder sogar Monate, insbesondere bei Führungspositionen. Es ist möglich, dass in Ihrem Arbeitsvertrag die Kündigungsfrist festgelegt ist. Lesen Sie Ihren Vertrag daher sorgfältig durch.
Eine sofortige Freistellung ist aber durchaus üblich z.B. in der Finanz- oder Beratungsbranche, damit der Kontakt mit den Kundinnen und Kunden so schnell wie möglich gestoppt wird, um zu verhindern, dass Kunden zu einem Wechsel zu einer neuen Institution überredet werden.

Einen guten Eindruck hinterlassen

In der Schweizer Apothekenwelt kennen sich viele Leute. Es ist wichtig, sich bei seinem Chef oder seiner Chefin zu bedanken und Wertschätzung zu zeigen. Auch wenn man einen Arbeitsort verlässt, war sicher nicht alles schlecht. Vieles war auch gut. Vielleicht halt einfach nicht alles. Zudem ist es in einem Lebenslauf ratsam, mehrere Referenzen anzugeben. Daher wäre es gut, wenn auch Ihr jetziger Arbeitgeber (ausser in Ausnahmefällen wie bei einem Konflikt) zu einer Referenz werden könnte, besonders wenn Sie Ihre aktuelle Stelle ohne eine neuen Job verlassen. Kurz gesagt: Achten Sie auf einen guten Abgang.

Administratives

Es ist vielleicht nicht das Erste, was Sie ansprechen, wenn Sie Ihrem Chef oder Ihrer Chefin Ihre Kündigung mitteilen. Aber früher oder später müssen Sie sich detaillierter mit einigen administrativen Aspekten befassen, wie zum Beispiel dem Übertrag der 2. Säule zum neuen Arbeitgeber, dem eventuellen Resturlaub oder allfälligen Versicherungslücken. Obwohl dies auch auf der To do Liste des Chefs oder der Chefin sein sollte.

Austrittsgespräch

Einige Apotheken führen Austrittsgespräche (Exit-Interviews) durch. Seien Sie darauf vorbereitet, gewisse Fragen zu beantworten. Der Zweck eines Austrittsgesprächs für die Apotheke ist, sich im Bereich der Personalgewinnung stetig zu verbessern. In der Regel werden im Austrittsgespräch die positiven und negativen Aspekte der Stelle thematisiert. Es ist ratsam, bei den negativen Aspekten nicht zu direkt zu sein und diplomatisch vorzugehen, aber trotzdem ehrlich zu bleiben.


© 3. März 2025. Xavier Gruffat (Apotheker).


Quelle:
- PLUSIEURS AUTEURS, HBR Guide to Your Job Search, Boston, Harvard Business Review Press, 2024.


Gesucht

Apotheker/in in Zürich
Pharma-Assistent/in in Brugg
Fachfrau/-mann Apotheke in Goldau
Pharma-Betriebsassistent/in oder Pharma-Assistent/in in Aadorf (TG)

Letzte News

Newsletter